Von Redaktion DerRechtsstaat.de

Die Betroffenen der Politischen Verfolgung 1945-1949 im Rahmen der sog. „Boden- und Industriereform“ haben einen Rechtsanspruch auf Rückgabe aller ihnen geraubten Mobilien, wie Schmuck, Möbel, Bücher und Kunstwerke. In aller Regel gestaltet sich aber das Auffinden der Vermögenswerte schwierig, denn zumeist fehlt es auf Seiten der Betroffenen an beweissichernden Unterlagen, wie Inventarlisten, Beschreibungen oder gar Fotografien. Und selbst wenn die entzogenen Mobilien genau dokumentiert sind, ist es in der Regel schwer möglich, den gegenwärtigen Aufenthaltsort der Vermögenswerte festzustellen. Öffentliche Museen und Bibliotheken werden in Sachen Rückgabe meist erst dann tätig, wenn sie mit Rückgabeansprüchen konfrontiert werden. Für die Bibliotheken ist es schwierig und aufwändig, die Herkunft eines Buches zu bestimmen, zum einen, weil die wenigsten Bücher einen Hinweis auf ihre Herkunft aufweisen, zum anderen, weil die Bibliotheken alle Zugänge seit 1933 überprüfen müssen.

Potsdamer Landesbibliothek: Noch 2000 Bücher warten auf Rückgabe

Viele tausende geraubter und meist wertvoller Bücher befinden sich darum noch heute in den Beständen der öffentlichen Bibliotheken. In zahlreichen Fällen sind bereits Rückgaben an die rechtmäßigen Eigentümer erfolgt: Die Potsdamer Stadt- und Landesbibliothek beispielsweise hat bislang rund 17.000 Exemplare an die Anspruchsberechtigten restituiert. 2000 Raubbücher aus ihren Beständen warten jedoch noch – „fest verschlossen im Magazin der Landesbibliothek“ auf ihre rechtmäßigen Eigentümer, wie die Märkische Allgemeine berichtet.

Den Bibliotheken fällt es oft schwer, sich von den oft sehr erlesenen bibliophilen Kostbarkeiten wieder zu trennen, so daß im Einvernehmen mit den Eigentümern die Bücher mitunter im öffentlichen Bestand verbleiben. So verzichtete die Familie der Grafen zu Lynar auf eine Rückgabe, „unter der Bedingung, dass die ehrwürdige Familienbibliothek für die Öffentlichkeit erschlossen wird“.

Sächsische Landesbibliothek Dresden sucht nach Eigentümern

Auch in der Sächsischen Landesbibliothek Dresden befinden sich noch viele tausend Bücher aus der sogenannten „Bodenreform“, wie Bibliotheksdirektor Dr. Thomas Bürger bestätigte. Darunter befinden sich Buchsammlungen aus den Schlössern Königsbrück, Siebeneichen und Schleinitz, wie die Döbelner Allgemeine Zeitung berichtete.

Die Landesbibliothek gehört zu den Bibliotheken, die auch von sich aus Ermittlungen anstellt, um die rechtmäßigen Eigentümer ausfindig zu machen. „Wir bemühen uns in Zusammenarbeit mit den Anspruchsberechtigten die nötigen Nachweise für eine Rückgabe zu erbringen. Auch prüfen wir die Bestände auf Hinweise zur Herkunft. Die Anspruchsberechtigten können sich jederzeit an uns wenden,“ so Bibliotheksleiter Dr. Bürger zu DerRechtsstaat.de.



Artikel drucken | Artikel versenden




Letzte Einträge:


Sie müssen eingelogt sein um einen Kommentar zu schreiben.

Name (erforderlich)

Email (erforderlich)

Webseite

XHTML: Diese HTML-Tags sind erlaubt: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Ihr Kommentar

  • Beatrix von Storch

    Menschenrechte,
    Demokratie,
    Gewaltenteilung

    Ein funktionierender Rechtsstaat ist die Grundlage für ein freies, friedliches und gerechtes Mit- einander. Wo der Rechtsstaat schwach ist greifen Willkür, Un- terdrückung, Raub und Gewalt um sich. Das können wir leider in vielen Regionen der Welt beob- achten. Aber auch in den de- mokratischen Staaten gibt es immer wieder Bedrohungen für den Rechtsstaat wie die schlei-
    chende Aushebelung von Bürger-, Freiheits- und Eigen-
    tumsrechten. Deshalb hat sich die Allianz für den Rechtsstaat
    e. V. zum Ziel gesetzt für den Rechtsstaat einzustehen und wo rechtsstaatliche Prinzipien aufge-
    geben wurden, die Wieder- herstellung des Rechtsstaates zu erwirken.

    Die Schwerpunkte unserer Web- seite sind: Die Lage der Men-
    schen- und Bürgerrechte
    in Deutschland und Europa; die Wiederherstellung der Gewal-
    tenteilung
    ; der Schutz der Privatsphäre der Bürger vor dem Zugriff des Staates; die Stärkung des Rechtstaates zum Schutz von Leib und Eigen-
    tum
    der Bürger vor Gewalt und Kriminalität, Schutz von Min-
    derheiten
    , die Verteidigung der Meinungs- und Bekenntnis-
    freiheit
    und die Souveränität der deutschen Verfassung gegenüber transnationalen Bürokratien wie der Europäischen Union.

    Einen besonderen Schwerpunkt legt DerRechtsstaat.de auf den "Verfassungsbruch 1990" (Die Zeit) durch die Regierung Kohl-Schäuble, auch genannt "Das Deutsche Watergate" (FAZ). Durch diesen bewiesenen Betrug (Spiegel 6/2004) wurde eine gro ße Gruppe von Bür- gern faktisch von Parlament, Gericht und Öffentlichkeit aus der Rechtsgemeinschaft ausge-
    schlossen. Dies betrifft das ehemalige Bürgertum und den Mittelstand der neuen Bundes-
    länder, ca. 2,2 Millionen Men-
    schen
    , die zwischen 1945-49 in der SBZ politisch verfolgt wurden und 1990 zu Gunsten der Staats- kasse beraubt und entrechtet wurden. Zu diesem Zweck wurde die Gewaltenteilung in Deutsch-
    land aufgehoben und die Öffent-
    lichkeit belogen.