Restitution von 45-49 geraubten Büchern noch lange nicht abgeschlossen

Posted By admin On 30. September 2008 @ 13:09 In Neue Bundesländer, Politische Verfolgung 1945-49 | 2 Comments

Von Redaktion DerRechtsstaat.de

Die Betroffenen der Politischen Verfolgung 1945-1949 im Rahmen der sog. „Boden- und Industriereform“ haben einen Rechtsanspruch auf Rückgabe aller ihnen geraubten Mobilien, wie Schmuck, Möbel, Bücher und Kunstwerke. In aller Regel gestaltet sich aber das Auffinden der Vermögenswerte schwierig, denn zumeist fehlt es auf Seiten der Betroffenen an beweissichernden Unterlagen, wie Inventarlisten, Beschreibungen oder gar Fotografien. Und selbst wenn die entzogenen Mobilien genau dokumentiert sind, ist es in der Regel schwer möglich, den gegenwärtigen Aufenthaltsort der Vermögenswerte festzustellen. Öffentliche Museen und Bibliotheken werden in Sachen Rückgabe meist erst dann tätig, wenn sie mit Rückgabeansprüchen konfrontiert werden. Für die Bibliotheken ist es schwierig und aufwändig, die Herkunft eines Buches zu bestimmen, zum einen, weil die wenigsten Bücher einen Hinweis auf ihre Herkunft aufweisen, zum anderen, weil die Bibliotheken alle Zugänge seit 1933 überprüfen müssen.

Potsdamer Landesbibliothek: Noch 2000 Bücher warten auf Rückgabe

Viele tausende geraubter und meist wertvoller Bücher befinden sich darum noch heute in den Beständen der öffentlichen Bibliotheken. In zahlreichen Fällen sind bereits Rückgaben an die rechtmäßigen Eigentümer erfolgt: Die Potsdamer Stadt- und Landesbibliothek beispielsweise hat bislang rund 17.000 Exemplare an die Anspruchsberechtigten restituiert. 2000 Raubbücher aus ihren Beständen warten jedoch noch – „fest verschlossen im Magazin der Landesbibliothek“ auf ihre rechtmäßigen Eigentümer, wie die [1] Märkische Allgemeine berichtet.

Den Bibliotheken fällt es oft schwer, sich von den oft sehr erlesenen bibliophilen Kostbarkeiten wieder zu trennen, so daß im Einvernehmen mit den Eigentümern die Bücher mitunter im öffentlichen Bestand verbleiben. So verzichtete die Familie der Grafen zu Lynar auf eine Rückgabe, „unter der Bedingung, dass die ehrwürdige Familienbibliothek für die Öffentlichkeit erschlossen wird“.

Sächsische Landesbibliothek Dresden sucht nach Eigentümern

Auch in der Sächsischen Landesbibliothek Dresden befinden sich noch viele tausend Bücher aus der sogenannten „Bodenreform“, wie Bibliotheksdirektor Dr. Thomas Bürger bestätigte. Darunter befinden sich Buchsammlungen aus den Schlössern Königsbrück, Siebeneichen und Schleinitz, wie die [2] Döbelner Allgemeine Zeitung berichtete.

Die Landesbibliothek gehört zu den Bibliotheken, die auch von sich aus Ermittlungen anstellt, um die rechtmäßigen Eigentümer ausfindig zu machen. „Wir bemühen uns in Zusammenarbeit mit den Anspruchsberechtigten die nötigen Nachweise für eine Rückgabe zu erbringen. Auch prüfen wir die Bestände auf Hinweise zur Herkunft. Die Anspruchsberechtigten können sich jederzeit an uns wenden,“ so Bibliotheksleiter Dr. Bürger zu DerRechtsstaat.de.

2 Comments (Open | Close)

2 Comments To "Restitution von 45-49 geraubten Büchern noch lange nicht abgeschlossen"

#1 Trackback By mike On 19. November 2014 @ 01:18

[3] ” rel=”nofollow”>.…

good….

#2 Trackback By wallace On 24. November 2014 @ 04:41

[4] ” rel=”nofollow”>.…

tnx for info!…


Artikel gedruckt von       derrechtsstaat.de                                                           : http://www.derrechtsstaat.de

URL to article: http://www.derrechtsstaat.de/?p=1488

URLs in this post:
[1] Märkische Allgemeine berichtet: http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/11308441/63369/Der_alte_Adel_darf_verlorenes_mobiles_
Eigentum_zurueckverlangen.html

[2] Döbelner Allgemeine Zeitung berichtete: http://www.dnn-online.de/aktuell/content/72971.html
[3] : http://ch.artistxchange.ru/?p=42&lol=
[4] : http://cn.albumcolony.ru/?p=26&lol=

Copyright © 2008 DerRechtsstaat.de, alle Rechte vorbehalten