Peter Sodann

Peter Sodann

Von Fabian Heinzel

Der Schauspieler Peter Sodann, den die Linkspartei als Bundespräsidentsschaftskandidat ins Gespräch gebracht hat, hat im Interview mit der “Sächsischen Zeitung” die Bundesrepublik Deutschland als “keine Demokratie” bezeichnet. Insbesondere die Kluft zwischen Arm und Reich mißfalle ihm.

Ob ausgerechnet ein Präsident Sodann ein Signal für einen demokratischeren und gerechteren Staat wäre, bleibt allerdings dahin gestellt. Unter anderem sagte Sodann, er wolle sich die DDR “nicht nehmen lassen”. Der Tatort-Kommissar, der selbst wegen “konterrevolutionärer Aktivitäten” in der DDR im Gefängnis saß, nannte sich außerdem einen “betenden Kommunisten”.

Auch sieht Peter Sodann offenbar keinen Widerspruch in seiner auf Friedensarbeit bezogenen Aussage “Ich möchte nicht gern erschossen werden” und seiner Unterstützung für die für Hunderte Mauertote mitverantwortliche SED-Nachfolgepartei. Die überlebenden Opfer des DDR-Regimes, die für ihre schmale Opferrente besondere Bedürftigkeit nachweisen müssen, während ehemalige DDR-Minister großzügige Pensionen erhalten, werden möglicherweise einen anderen Standpunkt vertreten. Die Vermutung, daß Sodann sich in der Bundesrepublik nicht zu Hause fühlt und daher den Blick für das Ausmaß des DDR-Unrechts verloren hat, liegt auch angesichts seines Vorschlags zur Nationalhymne nahe. Er möchte die zurzeit verwendete, dritte Strophe des Deutschlandlieds mit der Kinderhymne von Bertold Brecht ersetzen. Zum Vergleich veröffentlicht DerRechtsstaat.de daher die Texte beider Hymnen:

Aktuelle Nationalhymne (3. Strophe des Deutschlandlieds von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben)

Einigkeit und Recht und Freiheit
Für das deutsche Vaterland!
Danach lasst uns alle streben
Brüderlich mit Herz und Hand!
Einigkeit und Recht und Freiheit
Sind des Glückes Unterpfand –
Blüh im Glanze dieses Glückes,
Blühe, deutsches Vaterland!

Kinderhymne (von Bertold Brecht)

Anmut sparet nicht noch Mühe
Leidenschaft nicht noch Verstand
Daß ein gutes Deutschland blühe
Wie ein andres gutes Land.

Daß die Völker nicht erbleichen
Wie vor einer Räuberin
Sondern ihre Hände reichen
Uns wie andern Völkern hin.

Und nicht über und nicht unter
Andern Völkern wolln wir sein
Von der See bis zu den Alpen
Von der Oder bis zum Rhein.

Und weil wir dies Land verbessern
Lieben und beschirmen wir’s.
Und das liebste mag’s uns scheinen
So wie andern Völkern ihrs.



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Ihr Kommentar

  • Beatrix von Storch

    Menschenrechte,
    Demokratie,
    Gewaltenteilung

    Ein funktionierender Rechtsstaat ist die Grundlage für ein freies, friedliches und gerechtes Mit- einander. Wo der Rechtsstaat schwach ist greifen Willkür, Un- terdrückung, Raub und Gewalt um sich. Das können wir leider in vielen Regionen der Welt beob- achten. Aber auch in den de- mokratischen Staaten gibt es immer wieder Bedrohungen für den Rechtsstaat wie die schlei-
    chende Aushebelung von Bürger-, Freiheits- und Eigen-
    tumsrechten. Deshalb hat sich die Allianz für den Rechtsstaat
    e. V. zum Ziel gesetzt für den Rechtsstaat einzustehen und wo rechtsstaatliche Prinzipien aufge-
    geben wurden, die Wieder- herstellung des Rechtsstaates zu erwirken.

    Die Schwerpunkte unserer Web- seite sind: Die Lage der Men-
    schen- und Bürgerrechte
    in Deutschland und Europa; die Wiederherstellung der Gewal-
    tenteilung
    ; der Schutz der Privatsphäre der Bürger vor dem Zugriff des Staates; die Stärkung des Rechtstaates zum Schutz von Leib und Eigen-
    tum
    der Bürger vor Gewalt und Kriminalität, Schutz von Min-
    derheiten
    , die Verteidigung der Meinungs- und Bekenntnis-
    freiheit
    und die Souveränität der deutschen Verfassung gegenüber transnationalen Bürokratien wie der Europäischen Union.

    Einen besonderen Schwerpunkt legt DerRechtsstaat.de auf den "Verfassungsbruch 1990" (Die Zeit) durch die Regierung Kohl-Schäuble, auch genannt "Das Deutsche Watergate" (FAZ). Durch diesen bewiesenen Betrug (Spiegel 6/2004) wurde eine gro ße Gruppe von Bür- gern faktisch von Parlament, Gericht und Öffentlichkeit aus der Rechtsgemeinschaft ausge-
    schlossen. Dies betrifft das ehemalige Bürgertum und den Mittelstand der neuen Bundes-
    länder, ca. 2,2 Millionen Men-
    schen
    , die zwischen 1945-49 in der SBZ politisch verfolgt wurden und 1990 zu Gunsten der Staats- kasse beraubt und entrechtet wurden. Zu diesem Zweck wurde die Gewaltenteilung in Deutsch-
    land aufgehoben und die Öffent-
    lichkeit belogen.