Von Redaktion DerRechtsstaat.de

30 Jahre nach dem Ende des kommunistischen Khmer-Regimes in Kambodscha wird jetzt einigen Hauptverantwortlichen der Prozeß gemacht. Angeklagter im ersten Verfahren vor einem eigens eingerichteten Völkermord-Tribunal ist Kaing Guek Eav (66), der ehemalige Leiter eines Foltergefängnisses der Roten Khmer. Dem Folterknecht werden Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen. Für seine Vergehen droht ihm eine lebenslängliche Haftstrafe - ein vergleichsweise milde Bestrafung vor dem Hintergrund der von ihm zu verantwortenden Gräueltaten.

Einer der wenigen Überlebenden tritt als Nebenkläger auf

In dem von ihm geleiteten Foltergefängnis soll es zu grauenhaften Menschenrechtsverletzungen auch gegen Kinder, Säuglinge und Frauen gekommen sein. Von zehntausenden Häftlingen sollen insgesamt nur sieben mir dem Leben davongekommen sein. Einer dieser Überlebenden ist Norng Chan Phai, der als Kind in dem Gefängnis gefoltert wurde. Er tritt in dem aktuellen Verfahren als Nebenkläger auf.

Der kanadische Co-Ankläger Robert Petit rief dazu auf, nicht nur den Angeklagten seiner gerechten Bestrafung zuzuführen, sondern “den Menschen zu vermitteln, was in diesem Land passiert ist”.

“Killing Fields” von 1975 bis 1979

Die kommunistische Diktatur der Roten Khmer in Kambodscha dauerte von 1975 bis 1979. Die Verbrechen, die dieses Regime an seiner eigenen Bevölkerung verübte, zählen zu den grauenvollsten politischen Schandtaten des 20. Jahrhunderts. Man schätzt, daß im Laufe der vierjährigen Schreckensherrschaft der Khmer rund 3 Millionen Kambodschaner durch Krankheiten, Hunger und politische Massenmorde vor allem auf dem Land ums Leben kamen. Heute leben in Kambodscha rund 13 Millionen Einwohner. Die Schrecken des Khmer- Terrorregimes sind im Westen unter anderem durch den preisgekrönten Film “Killing Fields” bekannt geworden.

Steinzeitkommunismus á la Pol Pot

Der wahnsinnige Anführer der Khmer war Pol Pot, genannt “Bruder Nummer Eins”, der sich noch bis zu seinem Tod 1998 mit zuletzt wenigen Getreuen in den Wäldern versteckte. Weitere vier Gefolgsleuten von Pol Pot sollen jetzt auch vor Gericht gestellt werden.

Weil die Khmer einen steinzeithaften “kommunistischen Bauernstaat” errichten wollten, isolierten sie die gleichgeschaltete Bevölkerung von der Außenwelt. Freie Medien wurden abgeschafft, Familien zwangsweise aufgelöst, jedwede moderne Technologie vernichtet. Alle Stadtbewohner wurden in ländliche Dörfer verbracht, wo sie - in Einheitskleidung gesteckt - der politischen Verfolgung als “Intellektuelle” und “Städter” hilflos ausgesetzt waren. Religion wurde verboten, darum wurden auch zahllose buddhistische Mönche in die Vernichtungslager gebracht.

Todesstrafe einzige Form der Bestrafung

Die Todesstrafe war die einzige Strafmaßnahme, die die Kommunisten kannten. Sie wurde schon bei geringsten Abweichungen von der vorgeschriebenen Parteilinie willkürlich vollzogen. Selbst die Äußerung von Gefühlsregungen wie Weinen und Lachen genügte, um hingerichtet zu werden. Die zahllosen Opfer wurden anfänglich mit der Schußwaffe, später auch mit Hilfe von Plastiktüten und Feldhacken umgebracht. Die Körper der Ermordeten wurden meist einfach auf die Felder geworfen, worauf der Filmtitel “Killing Fields” sich bezieht.

Die Aufarbeitung der kommunistischen Verbrechen in Asien steht erst am Anfang. Es ist zu hoffen, das weitere Länder dem Beispiels Kambodschas folgen werden.

Ein Wikipedia-Artikel beschriebt weitere schreckliche Details der kommunistischen Khmer-Diktatur in Kambodscha.

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  • Beatrix von Storch

    Menschenrechte,
    Demokratie,
    Gewaltenteilung

    Ein funktionierender Rechtsstaat ist die Grundlage für ein freies, friedliches und gerechtes Mit- einander. Wo der Rechtsstaat schwach ist greifen Willkür, Un- terdrückung, Raub und Gewalt um sich. Das können wir leider in vielen Regionen der Welt beob- achten. Aber auch in den de- mokratischen Staaten gibt es immer wieder Bedrohungen für den Rechtsstaat wie die schlei-
    chende Aushebelung von Bürger-, Freiheits- und Eigen-
    tumsrechten. Deshalb hat sich die Allianz für den Rechtsstaat
    e. V. zum Ziel gesetzt für den Rechtsstaat einzustehen und wo rechtsstaatliche Prinzipien aufge-
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    Die Schwerpunkte unserer Web- seite sind: Die Lage der Men-
    schen- und Bürgerrechte
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    tum
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    derheiten
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    Einen besonderen Schwerpunkt legt DerRechtsstaat.de auf den "Verfassungsbruch 1990" (Die Zeit) durch die Regierung Kohl-Schäuble, auch genannt "Das Deutsche Watergate" (FAZ). Durch diesen bewiesenen Betrug (Spiegel 6/2004) wurde eine gro ße Gruppe von Bür- gern faktisch von Parlament, Gericht und Öffentlichkeit aus der Rechtsgemeinschaft ausge-
    schlossen. Dies betrifft das ehemalige Bürgertum und den Mittelstand der neuen Bundes-
    länder, ca. 2,2 Millionen Men-
    schen
    , die zwischen 1945-49 in der SBZ politisch verfolgt wurden und 1990 zu Gunsten der Staats- kasse beraubt und entrechtet wurden. Zu diesem Zweck wurde die Gewaltenteilung in Deutsch-
    land aufgehoben und die Öffent-
    lichkeit belogen.