Von Redaktion DerRechtsstaat.de

Der mutmaßliche Naziverbrecher John Demjanjuk ist heute aus Ohio nach Deutschland abgeschoben worden. Bis zuletzt hatten sich Demjanjuk und seine Angehörigen mit allen juristischen Mitteln gegen seine Abschiebung gewehrt, die Demjanjuk als “Folter” bezeichnet haben soll. Der 89-jährige verweist auf sein hohes Alter und seine angeblich schlechte Gesundheit.
Doch der Oberste Gerichtshof der USA und auch ein deutsches Oberverwaltungsgericht entschieden zuletzt gegen Demjanjuk. Damit ist der Weg für einen Prozeß in München gegen den mutmaßlichen KZ-Aufseher frei.

Die deutsche Staatsanwaltschaft hat offenbar genügend Beweise dafür, dass Demjanjuk als SS-Aufseher im KZ Sobibor an der Ermordung von 29.000 jüdischen Menschen mitgewirkt hat.1988 zwar zum Tode verurteilt worden war, dann aber begnadigt wurde. Der gebürtige Ukrainer hatte sich nach seiner Gefangennahme durch die Deutschen bereit erklärt, für die SS zu arbeiten.
Das israelische Gericht hatte aber Zweifel daran, ob er tatsächlich als “Iwan der Schreckliche” KZ-Aufseher im Vernichtungslager Treblinka war, was 18 Zeugen bestätigt hatten. Doch nach einem Dokument des KGB trug der Treblinka-Aufseher einen anderen Familiennamen, so daß Zweifel an der Identität Demjanjuks auftauchten. Doch sah es das israelische Gericht als erwiesen an, daß der mit einem SS-Ausweis versehene Demjanjuk Aufseher in verschiedenen Konzentrationslagern war.

Es gibt noch einen Überlebenden des Konzentrationslagers Sobibor, dessen Familie im Holocaust ermordet wurde und der als Zeuge gegen Demjanjuk aussagen soll. Eine Gemeinschaft von Angehörigen weiterer jüdischer KZ-Opfer will als Nebenkläger im Verfahren gegen Demjanjuk mitwirken.
Das Verfahren gegen Demjanjuk wird voraussichtlich der letzte Prozess gegen Naziverbrecher in Dutschland sein.

Lesen Sie hier eine Spiegel-Reportage über de Abscheibung Demjanjuks sowie einen Wikipedia-Artikel mit weiteren Details über Demjanjuk.



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  • Beatrix von Storch

    Menschenrechte,
    Demokratie,
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    Ein funktionierender Rechtsstaat ist die Grundlage für ein freies, friedliches und gerechtes Mit- einander. Wo der Rechtsstaat schwach ist greifen Willkür, Un- terdrückung, Raub und Gewalt um sich. Das können wir leider in vielen Regionen der Welt beob- achten. Aber auch in den de- mokratischen Staaten gibt es immer wieder Bedrohungen für den Rechtsstaat wie die schlei-
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