1347 Todesopfer an der innerdeutschen Grenze

Posted By admin On 12. August 2009 @ 11:58 In Politik/Allgemein | 8 Comments

J. Sievert/pixelio

von Redaktion Der Rechtsstaat.de

Am 13. August jährt sich der Bau der Berliner Mauer zum 48. Mal. Das private Berliner Mauermuseums am Checkpoint Charlie stellt dazu jedes Jahr die aktuell recherchierte Zahl der Todesopfer vor. Demnach sind an der innerdeutsche Grenze 1347 Menschen zu Tode gkommen, 44 mehr als bisher bekannt. Zusätzlich sind jetzt erstmals die Todesopfer an der Berliner Bauer wissenschaftlich dokumentiert worden. Die Stiftung Berliner Mauer und das Potsdamer Zentrum für Zeithistorische Forschung haben mit Angehörigen gesprochen und zahlreiche Unterlagen ausgewertet. Das Ergebnis ist eine Studie, die im Christopher Links Verlag erschienen ist.

Laut der Dokumentation kamen von 1961 bis 1989 an der Mauer in Berlin mindestens 136 Menschen ums Leben. Zusätzlich zu diesen Todesopfern wurden auch jene 251 Fälle dokumentiert, in denen Reisende bei oder nach Kontrollen an Grenzübergängen in Berlin starben. Viele von jenen hatten offenbar stressbedingte Herzinfarkte erlitten. Die Dokumenation führt diese nicht als offizielle Todesopfer.

Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) warnte bei der Vorstellung der Studie vor Verharmlosungen und Verklärungen der DDR. Mit der Dokumentation werde den Opfern dieses Systems die Würde wiedergegeben.

Das Berliner Mauermuseum, das sämtliche Todesopfer an der deutsch-deutschen Grenze privat recherchiert, fehlt diese offizielle Unterstützung. Historiker zweifeln immer wieder die Zahlen von nunmehr 1347 Toten an. Kritisiert werden dabei die Erfassungs- und Bewertungskriterien.  das Museum erfaßt bei seiner Arbeit nicht nur die getöteten Flüchtlinge, sondern auch die Grenztruppen der DDR. Dabei wurde eine ungewöhnlich hohe Selbstmordrate bei an der Mauer stationierten Soldaten festgestellt. Für manche Historiker dürfen diese nicht mitgezählt werden.

Der Streit um die Zahl der Toten wird weitergehen und vielleicht ist dies ganz gut so, damit Mauer, Schießbefehl und die Opfer des DDR-Grenzregimes niemals in Vergessenheit geraten.

Mehr bei [1] tagesspiegel.de

[2] rbb-online.de

Zum [3] Mauermuseum am Checkpoint Charlie

8 Comments (Open | Close)

8 Comments To "1347 Todesopfer an der innerdeutschen Grenze"

#1 Comment By Peter Reinhold On 12. August 2009 @ 14:42

Zu den Opfern an der innerdeutschen Grenze:
Ich wurde noch vor Kriegsende in Dresden geboren, hatte das Glück, in Düsseldorf aufwachsen und leben zu dürfen, wanderte Mitte der 90er nach Brasilien aus, bin momentan gerade ein Jahr in Berlin und kehre noch in diesem September nach Brasilien zurück.
Bei aller Betrachtungsweise komme ich nicht umhin, den Deutschen im allgemeinen attestieren zu müssen, dass sie als geborene Befehlsempfänger und überkorrekte Bürokraten geradezu prädestiniert sind für solcherlei “Brudermord”, wie man ihn ansonsten höchtens noch einigen asiatischen Völkern zutraut. Sei es die schleppende Aufarbeitung des Nazithemas, dessen erneute Verherrlichung unter Fehlgeleiteten usw. - es muss etas in den Genen dieses Volkes sein, das jene übertriebene “Herr”-lichkeit, Größenwahn, Überheblichkeit und Ignoranz anderer, natürlich lebender Menschen einfach nicht gänzlich ausrotten kann. Soviel Mühe sich die Gutmenschen unter ihnen auch geben.
Auch wenn man ein paar echte Freunde zurücklässt - drüben in Brasilien fühlt man sich bei allem einfach besser!
Siehe auch mein Buch: [4]

#2 Comment By Jürgen Gruhle On 12. August 2009 @ 14:42

Wieso ist eigentlich noch niemand auf die Idee gekommen, sich mal mit den Akten der ehemaligen Zentralen Erfassungsstelle Salzgitter zu befassen? Die befinden sich heute bei der Staatsanwaltschaft Braunschweig.

Jürgen Gruhle
Am Steinberg 32
99448 Nauendorf

#3 Comment By Patricia On 11. September 2009 @ 23:19

Ich habe mir das Mauermuseum in Berlin gestern mit meiner Tochter angesehen – die Darstellungen sind einfach überwältigend und hat bei mir Erinnerungen an meine erste Begegnung mit der Mauer inmitten der freien Landschaft in der Nähe von Hof geweckt. Ich denke, dies ist eine wichtige Erinnerung an die deutsch-deutsche Geschichte, die für viele noch relativ greifbar ist. Meine Tochter konnte sich gar nicht vorstellen, dass dies alles zu meinen Lebzeiten passiert sein sollte.
[5]

#4 Pingback By Berlin ist immer eine Reise wert – Teil 2 | Meercharmeur.de On 11. September 2009 @ 23:21

[...] worden waren, genau betrachtet werden. Traurig sind natürlich die Zahlen derer, die bei ihrem Fluchtversuch in den Westen ihr Leben lassen mussten. Das Ganze war dann für eine 11-Jährige doch etwas schwierig zu [...]

#5 Trackback By brad On 29. Juli 2014 @ 14:03

[6] ” rel=”nofollow”>.…

thanks!…

#6 Trackback By Glenn On 11. Dezember 2014 @ 09:36

[7] ” rel=”nofollow”>.…

tnx!!…

#7 Trackback By manuel On 22. Januar 2015 @ 04:59

[8] ” rel=”nofollow”>.…

ñýíêñ çà èíôó!!…

#8 Trackback By peter On 5. Februar 2015 @ 02:47

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thank you!!…


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[1] tagesspiegel.de: http://www.tagesspiegel.de/berlin/Mauertote-DDR-Mauermuseum;art270,2869614
[2] rbb-online.de: http://rbb-online.de/nachrichten/politik/2009_08/neue_dokumentation.html
[3] Mauermuseum: http://www.mauermuseum.de/
[4] : http://www.brasilien-im-original.jimdo.com
[5] : http://blog.meercharmeur.de/deutschland/berlin-ist-immer-eine-reise-wert-teil-2.html
[6] : http://google.com/?p=17&lol=
[7] : http://org.artistfox.ru/?p=8&lol=

[8] : http://eu.mp3path.ru/?p=1&lol=

[9] : http://catalog.albumorbit.ru/?p=40&lol=

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