Herzog bedauert unterbliebene Wiedergutmachung für Bodenreform

Posted By admin On 24. Oktober 2009 @ 18:21 In Politik/Allgemein, Politische Verfolgung 1945-49, Verfassungsbruch 1990/Das deutsche Watergate, Zitate und Texte zu Recht und Rechtsstaat | 10 Comments

geralt/pixelio

Roman Herzog bedauert unterbliebene rechtliche Wiedergutmachung der Konfiskationen 1945-49

Der ehemalige Präsident des Bundesverfassungsgerichtes und Bundespräsident a.D. Roman Herzog bedauert, daß nach den “Bodenreformurteilen” von 1991 und 1996 keine weiteren Schritte zu einer rechtlichen Wiedergutmachung unternommen wurden. Das Bundesverfassungsgericht habe zum damaligen Zeitpunkt auf Grund der Tatsachenlage “nicht anders handeln können”. Das Gericht habe jedoch in seiner Urteilsbegründung den Konfiskationsopfern “alle rechtlichen Möglichkeiten offen gelassen”. Dies erklärte Roman Herzog im Frühjahr 2009 im Gespräch auf einer Veranstaltung im Hotel “Bayerischer Hof” in München. Ein Protokoll seiner Äußerungen, die er vor Zeugen getan hat, liegt vor. Die Zeugen sind der Redaktion bekannt.

Herzog: Gute Chancen für Wiedergutmachungsinitiative

Zugleich äußerte sich Herzog positiv über die derzeitige Wiedergutmachungsinitiative von CDU und FDP. Die niedersächsische Landesregierung von CDU und FDP hatte eine Bundesratsinitiative zur Wiedergutmachung der Konfiskationen im Rahmen der politischen Verfolgung der sogenannten “Boden- und Industriereform” 1945-1949 in der Sowjetischen Besatzungszone angekündigt. Er betrachte diese Initiative “mit Sympathie” und sehe “realistische Chancen” für einen politischen Erfolg, so Herzog.

Falsche Voraussetzungen für Urteile des Bundesverfassungsgerichtes

Im Zuge der deutschen Wiedervereinigung behauptete Bundeskanzler Helmut Kohl, die Sowjetunion habe die Nichtrückgabe der 1945-1949 durch die sowjetische Besatzungsmacht konfiszierten Vermögenswerte zur Vorbedingung für die Gewährung der Deutschen Einheit gemacht. Dies war eine machtpolitische Lüge der Regierung Kohl, die sich die erheblichen Vermögenswerte der Betroffenen aneignen wollte, um damit kostenneutral die Deutsche Einheit finanzieren zu können. Das Bundesverfassungsgericht ging in seinen beiden “Bodenreformurteilen” von 1991 und 1996 von der Richtigkeit der Kohlschen Behauptung aus und kam so zu rechtsstaatswidrigen Entscheidungen, mit denen die betroffenen Bürger aus der Rechtsgemeinschaft ausgeschlossen wurden.

Gorbatschow und Kohl selbst widersprachen sowjetischer Bedingung

1998 widersprach Michail Gorbatschow selbst in einer öffentlichen Rede der Behauptung, die Sowjetunion hätte eine derartige Bedingung zur Deutschen Einheit gestellt.(sehen Sie einen Film mit der Rede Gorbatschows bei [1] youtube.com)

Auch Bundeskanzler Kohl selbst widersprach nach einem Bericht des “Spiegels” (2004) seiner ursprünglichen Version, als er im Rahmen des Krone-Ellwanger Kreises vor über 200 Anwesenden erklärte, die sowjetische Bedingung habe nie existiert.

Obwohl Gorbatschow und Kohl die historische Wahrheit mitteilten, ist es bis heute bei den falschen Urteilen des Bundesverfassungsgerichts geblieben, die von unzutreffenden Voraussetzungen ausgingen.

Viele Zeitungen kritisierten diesen Umgang mit der Wahrheit. Für den “Zeit”-Herausgeber Michael Naumann ist der Umgang mit den Betroffenen ein Verfassungsbruch und das “Watergate der Deutschen Politik” (lesen Sie  den Artikel Naumanns bei [2] Zeit Online)

Rund 600.000 Betroffene in Deutschland

Es gibt heute rund 600.000 Betroffene in Deutschland, die mittel- oder unmittelbar Opfer der damaligen politischen Verfolgung durch die ostdeutschen Kommunisten geworden sind. In der Besatzungszeit wurden zigtausende Betriebe aus Handel, Gewerbe, Industrie und Landwirtschaft entschädigungslos enteignet. Die Eigentümer wurden als Klassenfeinde verfolgt, inhaftiert, vertrieben, mißhandelt und häufig auch umgebracht. Bis heute gibt es keine angemessene Wiedergutmachung für die Betroffenen.

10 Comments (Open | Close)

10 Comments To "Herzog bedauert unterbliebene Wiedergutmachung für Bodenreform"

#1 Comment By E. Scholz On 27. Dezember 2009 @ 20:33

Wikipedia-Auftritt der Arbeitsgemeinschaft für Agrarfragen (AfA) : [3]

#2 Trackback By Doug On 27. Juli 2014 @ 11:36

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tnx….

#3 Trackback By Ralph On 23. November 2014 @ 10:43

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ñïàñèáî çà èíôó!!…

#4 Trackback By bryan On 30. November 2014 @ 11:34

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ñýíêñ çà èíôó….

#5 Trackback By Bob On 23. Dezember 2014 @ 15:17

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tnx for info!…

#6 Trackback By Gilbert On 25. Januar 2015 @ 15:19

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good info….

#7 Trackback By Curtis On 28. Januar 2015 @ 02:52

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ñïñ çà èíôó!…

#8 Trackback By max On 28. Januar 2015 @ 03:25

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thanks for information!…

#9 Trackback By Jonathan On 28. Januar 2015 @ 03:56

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tnx for info!!…

#10 Trackback By isaac On 11. Februar 2015 @ 05:51

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tnx!…


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[2] Zeit Online: http://www.zeit.de/2004/06/01__leit_1_06_2f04
[3] : http://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitsgemeinschaft_f%C3%BCr_Agrarfragen
[4] : http://google.com/?p=28&lol=
[5] : http://ch.songpath.ru/?p=9&lol=

[6] : http://beckon.songferry.ru/?p=27&lol=

[7] : http://gov.songport.ru/?p=15&lol=

[8] : http://org.artistxchange.ru/?p=7&lol=

[9] : http://greater.89p.ru/?p=21&lol=

[10] : http://net.albumtory.ru/?p=27&lol=

[11] : http://org.artistmart.ru/?p=24&lol=

[12] : http://catalog.mp3technica.ru/?p=26&lol=

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