von Redaktion DerRechtsstaat.de
“Ich denke ja gar nicht daran, die DDR zu verlassen, wo man wirklich auf Schritt und Tritt beobachten kann, wie das Regime allen Kredit verliert und schon verloren hat und es nur noch weniger äußerer Anstöße und Ereignisse bedarf, um das Politbüro zum Teufel zu jagen.” - Robert Havemann
Der DDR-Regimekritiker und Bürgerrechtler Robert Havemann wäre heute (11. März 2010) 100 Jahre alt geworden. Der in München geborene Chemiker Havemann sah sich selbst als Kommunist und galt der DDR-Staatspartei SED als “Staatsfeind Nummer Eins”. Seine Schriften und sein Nachlass sind jetzt von Bernd Florath, Mitarbeiter der Stasti-Unterlagen-Behörde, herausgegeben worden.
Havemann wurde von den Nazionalsozialisten zeitgleich mit Erich Honecker im Zuchthaus Brandenburg eingesperrt. Hier baute sich im Todestrakt ein Radio und informierte damit die Häftlinge. Diesen Wunsch nach freier Information und behielt er auch in der DDR bei. So forderte die Aufhebung der unkontrollierten Herrschaft des Parteiapparates der DDR. Er setzte sich immer für die Freiheit des Wortes und die Abschaffung der Zensur ein. Als Lehrstuhlinhaber für physikalische Chemie forderte Robert Havemann in seiner Vorlesung an der Ost-Berliner Humboldt-Universität im Wintersemester 1963/64 dies öffentlich. Bespitzelung, Parteiausschluß und Berufsverbot waren die Folge. Wegen seiner Inhaftierung in der Nazi-Zeit traute sich das Regime nicht, in ins Zuchthaus zu sperren und verhängte stattdessen einen Hausarrest. Hier wurde Robert Havemann zum Symbol der opposition in der DDR. Havemann starb am Karfreitag 1982.
Die die Robert-Havemann-Gesellschaft wurde 1990 in Berlin gegründet, um die Geschichte von Opposition und Bürgerbewegung in der DDR und Osteuropa zu dokumentieren.
Die Biografie von Robert Havemann bei wikipedia
Internetseite der Robert-Havemann-Gesellschaft
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