Von Fabian Heinzel

Das deutsche Schulsystem ist alles andere als perfekt. Die Vermittlung naturwissenschaftlich-technischer Kenntnisse findet oft nicht statt, und auch immerhin 9 Jahre Englischunterricht führen bei nicht wenigen Abiturienten zu einer bestenfalls rudimentären Beherrschung dieser Fremdsprache. Trotzdem sollten die Ergebnisse der PISA-Tests mit einer gewissen Skepsis betrachtet werden, denn sie vergleichen Äpfel mit Birnen. In Finnland müssen zum beispielsweise schon vor der Einschulung ausreichende Kenntnisse der Landessprache nachgewiesen werden und in Großbritannien ist das Einschulungsalter niedriger als in Deutschland.

Daher ist es wichtig, sich bei einer zweifelsfrei notwendigen Reform des Schulsystems nicht blind an anderen Ländern zu orientieren, sondern die speziellen Eigenheiten der Bundesrepublik zu berücksichtigen. Wer also lauthals die Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems fordert, dem sei geraten, einen Moment lang darüber nachzudenken, ob nicht gerade dieses System eine individuelle Förderung der Schüler nach ihren Stärken und Interessen ermöglicht. Die deutsche Handwerksausbildung genießt weiterhin weltweit einen ausgezeichneten Beruf, ein guter Handwerker verdient oft mehr als ein Dr.phil und dennoch finden die Betriebe kaum geeignete Azubis. Dabei wären nicht wenige Abiturienten in diesem Betrieben besser aufgehoben als an der Universität, die Jahr für Jahr Heerscharen von Juristen, Soziologen und Historikern produziert, an denen in dieser Größenordnung nicht einmal ansatzweise Bedarf besteht. Haupt- und Realschulen haben sich als Schulen, die auf eine Karriere im Handwerk vorbereiten, etabliert und ermöglichen jungen Menschen außerdem, bereits früh den Arbeitsmarkt zu betreten. Der Einwand, daß in Hauptschulklassen nur Unterricht abgehalten werden kann, wenn die Schüler der deutschen Sprache mächtig sind, ist berechtigt. Bei einer Einführung einer Einheitsschule würde dieses Problem aber nur noch mehr Schüler betreffen, da gerade in den migrantengeprägten Vierteln der Großstädte auch die leistungsstärkeren Schüler gezwungen wären, in einem Umfeld zu lernen, in dem Deutsch bestenfalls den Status einer Verkehrssprache hat. Die Lösung besteht vielmehr in der Einführung verpflichtender Deutschkurse und einer Null-Toleranzstrategie gegenüber Fremdsprachen auf Schulhöfen und in Klassenzimmern. Stadtverwaltungen könnten dazu übergehen, nicht länger öffentlich Plätze mit türkischen und russischen Schildern auszustatten.

Wer das Gymnasium abschaffen oder schwächen will, der sollte auch nicht vergessen, daß es von den in Deutschland existierenden Schulformen immer noch die besten Ergebnisse hervorbringt und daß Chancengleichheit und Ergebnisgleichheit zwei paar Schuhe sind. Zurecht ist daher die von der schwarz-grünen Koalition in Hamburg geplante Schulreform, mit der sich die Tageszeitung Die Welt heute beschäftigt, äußerst umstritten: weiter lesen



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  • Beatrix von Storch

    Menschenrechte,
    Demokratie,
    Gewaltenteilung

    Ein funktionierender Rechtsstaat ist die Grundlage für ein freies, friedliches und gerechtes Mit- einander. Wo der Rechtsstaat schwach ist greifen Willkür, Un- terdrückung, Raub und Gewalt um sich. Das können wir leider in vielen Regionen der Welt beob- achten. Aber auch in den de- mokratischen Staaten gibt es immer wieder Bedrohungen für den Rechtsstaat wie die schlei-
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    tumsrechten. Deshalb hat sich die Allianz für den Rechtsstaat
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    Die Schwerpunkte unserer Web- seite sind: Die Lage der Men-
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    tum
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    schlossen. Dies betrifft das ehemalige Bürgertum und den Mittelstand der neuen Bundes-
    länder, ca. 2,2 Millionen Men-
    schen
    , die zwischen 1945-49 in der SBZ politisch verfolgt wurden und 1990 zu Gunsten der Staats- kasse beraubt und entrechtet wurden. Zu diesem Zweck wurde die Gewaltenteilung in Deutsch-
    land aufgehoben und die Öffent-
    lichkeit belogen.